Menschenrechtsarbeit


Hintergrund Menschenrechte in Zimbabwe

Zimbabwe hat sich vom einstigen Musterland Schwarzafrikas, das den Übergang von der Kolonialzeit in die Selbstverwaltung praktisch fast ohne die Diskriminierung von Weißen bewältigte, in den letzten Jahren zu einer Diktatur gewandelt. Ausschlaggebend waren dafür unter anderem das umstrittene Landenteignungsprogramm und das rücksichtslose Machterhaltungsstreben des Präsidenten Robert Mugabe.

Zur Erreichung dieser Ziele werden praktisch alle Bürger, die nicht Mitglied der Regierungspartei Zimbabwe African National Union (Patriotic Front) (ZANU PF) sind, diskriminiert, von Lebensmittelprogrammen ausgeschlossen, verfolgt, willkürlich verhaftet, gefoltert und vergewaltigt. Auch vor politischem Mord wird nicht Halt gemacht.

Die wirtschaftliche und besonders auch die juristische Korruption durchziehen den gesamten Bereich der öffentlichen Hand, so dass sich zunehmend die Kirchen als einzige noch funktionierende gesellschaftliche und moralische Institution herauskristallisieren, die sich dieser Willkürherrschaft entgegenstellen können.

Innerhalb des Arbeitskreises HaMuPa hat sich eine Arbeitsgruppe zum Thema Menschenrechtsarbeit in Zimbabwe gebildet mit dem Ziel, Institutionen und Organisationen in Zimbabwe zu unterstützen, die dort für die Wahrung der Menschenrechte eintreten und Verfolgten des Regimes physischen und juristischen Schutz anbieten.

In Zusammenhang mit dem Besuch des Erzbischofs von Bulawayo, Pius Ncube, im Mai 2003 in München, wurden erste Kontakte mit Vertreterinnen und Vertreter des Ecumenical Support Service (ESS) Harare geknüpft und es wurde die Idee einer Counterpartstruktur zur Stärkung der kirchlichen Solidaritäts- und Menschenrechtsarbeit in Zimbabwe entwickelt.

Seit Anfang 2004 ist diese Menschenrechtsstelle – ESS München (Ecumenical Support Simbabwe) - im Rahmen der Städtepartnerschaft München – Harare nun institutionell an das Nord Süd Forum München angebunden; die Finanzierung übernimmt das kirchliche Hilfswerk Misereor e.V., Aachen. Dieses Projekt soll die Bildung eines Netzwerks von kirchlichen und anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen initiieren und koordinieren, um den Protest und den Widerstand gegen die Verbrechen des Regimes Mugabe solidarisch zu unterstützen.


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