made by kinderhand


Ziele der Kampagne

Anfang 2002 wurde die Kampagne “made by kinderhand – München gegen ausbeuterische Kinderarbeit” ins Leben gerufen.

Ziel der Kampagne ist

  • auf die schlimme Situation von Millionen von Kindern weltweit aufmerksam zu machen, die in ausbeuterischen Situationen schuften,
  • auf machbare Alternativen hinzuweisen und
  • auf konkrete Maßnahmen in München (auf der Ebene der Stadtverwaltung, Großverbraucher und Einzel-KonsumentInnen) hinzuweisen.

Unser Ziel ist nicht nur, über ausbeuterische Kinderarbeit aufzuklären, sondern auch konkrete Alternativen aufzuzeigen (mehr unter der Rubrik Fairer Einkauf—verlinken!).

Durch unsere Publikationen machen wir auf sehr direkte und anschauliche Weise auf das Problem der Kinderarbeit aufmerksam. In unseren Einkaufstipps zeigen wir Möglichkeiten auf, z.B. durch den Einkauf fair gehandelter Produkte, selbst aktiv zu werden.

Eine Aktion von Nord Süd Forum München e.V., Agenda21 Koordination Eine Welt, Büro Bürgermeister München.


Definition von Kinderarbeit

Armut ist eine Ursache für Kinderarbeit  – Kinderarbeit ist eine Ursache für Armut

Die ILO (International Labour Organisation) charakterisiert abzuschaffende Kinderarbeit als

  • Arbeit von Kindern, die das Mindestalter nicht erreicht haben,
  • Arbeit, die die körperliche, geistige oder seelische Gesundheit von Kindern gefährdet, und
  • Zwangsarbeit, auch „schlimmste Formen der Kinderarbeit“ genannt, wie Sklaverei, Schuldknechtschaft, Zwangsrekrutierung für den Einsatz in bewaffneten Konflikten, Pornografie und illegale Tätigkeiten.

Anstatt in die Schule zu gehen, arbeiten diese Kinder, weil sie zum Lebensunterhalt der Familie beitragen müssen. Während viele Erwachsene arbeitslos sind, sind Kinder beliebte Arbeitskräfte, weil sie billiger und leichter zu schikanieren und kaum in der Lage sind, sich gegen ausbeuterische, gesundheitsschädliche und gefährliche Arbeitsbedingungen aufzulehnen. Die mangelnde Schulbildung führt dazu, dass sie sich ihr Auskommen auch als Erwachsene nur durch schlecht bezahlte Tätigkeiten als Tagelöhner oder Hilfsarbeiter verdienen können. Reicht ihr Lohn nicht für eine Familie aus, werden auch ihre Kinder wieder arbeiten müssen. Der Kreis schließt sich.

Kinder arbeiten z.B. in Silberbergwerken, in Spielzeugfabriken, in Steinbrüchen, in Textilfabriken oder auf Orangenplantagen unter schrecklichen Bedingungen.

Ausbeuterische Kinderarbeit ist laut UN-Kinderrechtskonventionen und der ILO Konvention 182 (Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit) verboten. Mittlerweile haben 158 Staaten, inklusive der Bundesrepublik Deutschland, diese Konvention ratifiziert. Dennoch wird die Kinderarbeit weiterhin in vielen Ländern praktiziert. Dies ist nicht zuletzt auf den immensen Druck auf die Hersteller zurückzuführen, so günstig wie möglich zu produzieren. Leidtragende sind die Schwächsten – oft Kinder.

 


Schwerpunkt: Ausbeuterische Kinderarbeit in der Natursteinindustrie

Mehr als die Hälfte aller Grab- und Natursteine, die heute in Deutschland verkauft werden, sind Importe aus Indien oder China. Die Arbeitsbedingungen in den meisten indischen und chinesischen Steinbrüchen sind jedoch katastrophal. In der indischen Branche gibt es zudem einen hohen Anteil von ausbeuterischer Kinderarbeit unter schlimmsten Bedingungen: „Ohrenbetäubender Lärm hallt von den Felswänden. Der Staub macht das Atmen zur Qual, verklebt die Augen, verstopft die Lungen. Die sengende Hitze im Steinbruch ist kaum auszuhalten. Wer hier arbeitet, leistet Schwerstarbeit. In Lumpen gekleidet, barfuß und ohne Mundschutz bearbeiten auch Kinder die Steine. Es braucht die Kraft von mehreren, um den 45 Kilogramm schweren Presslufthammer halten und tiefe Sprenglöcher in das Gestein bohren zu können.“ (www.xertifix.de)

Die Lebenserwartung der Kinder liegt bei 35 Jahren. Ihre Eltern sind oft Schuldknechte, die zu den Ärmsten der Armen gehören und selbst ausgebeutet werden. Kinderarbeit widerspricht UN-Konventionen und ist in Indien offiziell verboten – dennoch gibt es sie.

Ihre Bekämpfung ist nicht nur Sache der indischen Behörden und Unternehmen, sondern sie betrifft auch uns, denn diese Steine werden tagtäglich in Deutschland gekauft.

Anwendungsgebiete von Natursteinen

Granite haben eine große wirtschaftliche Bedeutung im Bauwesen. Sie finden sich als Grabsteine auf Friedhöfen, im Straßenbau als Pflasterstein, Bordstein, Schotter (mehrheitlich aus China), im Bahnbau als Schotter, im Hochbau als Außenwandverkleidung, als Bodenbelag, im Innenausbau als Wandverkleidung, Treppenbelag, Innenverkleidung, Tisch- und Küchenplatten, im Gartenbau als Pflasterstein, Rabattenstein, Brunnen.

Marmor wird oft als Bodenbelag, Wandplatten, Treppenstufen und als Grabstein verwendet.

Sandstein wird seit dem Altertum vielseitig verwendet als Baustein, Werkstein und Dekostein.

Die Kampagne in München: „Für Grabsteine ohne ausbeuterische Kinderarbeit“

 

Um die Problematik der Arbeitsbedingungen vor allem in indischen Steinbrüchen in München bekannter zu machen und daran mitzuwirken, dass bald keine Steine aus ausbeuterischer Kinderarbeit mehr auf Münchens Friedhöfen stehen, haben wir öffentliche Aktionen und Veranstaltungen durchgeführt, Broschüren und Stellungnahmen herausgegeben.

Die Stadt München hat 2002 als erste Stadt bundesweit den Beschluss gefasst, selbst keine Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit mehr zu kaufen. Diese Verpflichtung gilt auch für Natursteine aus Indien und China.

Seien Sie kritisch beim Kauf von Natur- und Grabsteinen

Jede/r von uns kann beim Einkauf von Natur- und Grabsteinen Siegel beachten, auf Produktinformationen bestehen und öffentlich Position beziehen.

Jede einzelne Kaufentscheidung zählt, beachten Sie dazu unsere Rubrik Fairer Einkauf.


Publikationen und Links

Publikationen

Broschüre: Gemeinsam für Natur- und Grabsteine ohne ausbeuterische Kinderarbeit

Mit der Broschüre wird Münchnerinnen und Münchnern ein Leitfaden an die Hand gegeben, „saubere“ Natur- und Grabsteine zu erkennen und kaufen zu können. Das auf Initiative des Referats für Gesundheit und Umwelt sowie der Steinmetz-Innung München-Oberbayern erschienene Heft ist am Dienstag, 15. Juni, bei einer Pressekonferenz mit dem XertifiX- Vorsitzenden und ehemaligen Bundesarbeitsminister Dr. Norbert Blüm vorgestellt worden. Das Nord Süd Forum war an der Erstellung der Broschüre beteiligt und ist Kooperationspartner der Initiative. Download des Leitfadens (PDF, 1,7 MB) (Juni 2010)

 

Broschüre: Fairer Einkauf in München 4 Kids

Die Einkaufsführer Fairer Einkauf in München 4 Kids ist in aktualisierter Auflage erschienen. Download des gesamten Einkaufsführers hier (1,77 MB, ) (April 2010)

 

Broschüre “Für Grabsteine ohne ausbeuterische Kinderarbeit”

Angesichts der neuen Entwicklungen nach der erfolgreichen Klage eines Münchner Steinmetzes gegen die Änderung der Friedhofssatzung, haben wir diesen Flyer heruasgegeben, damit Sie sich informieren können, was sie beim Kauf von Natur- und Grabsteinen beachten können. Download der Broschüre ”Für Grabsteine ohne ausbeuterische Kinderarbeit” (234 KB, )  (April 2009)

Kinder sind keine Sklaven – Handreichungen zur Kampagne gegen ausbeuterische Kinderarbeit
112 Seiten, DIN A 4, herausgegeben vom Nord Süd Forum in Kooperation mit der Agendakoordination Eine Welt, der Arbeitsstelle Eine Welt am Pädagogischen Institut der Landeshauptstadt München und der Paulo Freire Gesellschaft.
Als Materialheft vergriffen. Jetzt als CD-Rom (Schutzgebühr 5,- €)

 

Links