Zwanzig Jahre Brückenschlag zur Einen Welt

Nord Süd Forum feiert 20-jähriges Bestehen
  Bürgermeister Monatzeder bei seinem Grußwort. Foto: Inge Wittenzellner (c)

Nord Süd Forum e.V., das Münchner entwicklungspolitische Netzwerk aus mehr als 50 Gruppen, Vereinen und Initiativen feiert sein 20-jähriges Bestehen. In dieser Zeit hat das Nord Süd Forum der Stadt München entscheidende Impulse für die kommunale Entwicklungszusammenarbeit gegeben. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt in den Bereichen Fairer Handel, öffentlicher Einkauf, Städtepartnerschaft mit Harare, Klimaschutz im peruanischen Regenwald und Globales Lernen an Schulen.

Auf Anregung des Nord Süd Forums hat die Stadt München 2002 als erste Kommune in Deutschland den Beschluß gefaßt, Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit aus dem öffentlichen Einkauf zu verbannen.  Mit diesem Beschluß hat München eine bundesweite Bewegung in Gang gesetzt, an der sich mittlerweile über 150 Kommunen in ganz Deutschland beteiligen. Neben Kommunen haben auch Bundesländer beschlossen, ihren Einkauf umzustellen. So hat der Freistaat Bayern mit den Stimmen aller Fraktionen 2008 entschieden, auch beim Einkauf auf Länderebene keine Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit mehr zuzulassen. 

Langjährige Mitstreiter auf des Jubiläumsfeier. Foto: Inge Wittenzellner (c)Das Engagement von Bundesländern und Kommunen hat sich in der Novellierung des Vergaberechts niedergeschlagen, das im April 2009 in Kraft trat. Das neue Vergaberecht erlaubt der öffentlichen Hand ganz offiziell, bei ihrem Einkauf soziale und ökologische Kriterien zu berücksichtigen. Beim alten Vergaberecht war die Rechtslage nicht eindeutig geregelt.

Die im Jahr 1996 besiegelte Städtepartnerschaft mit Harare in Simbabwe geht auf eine Initiative des Nord Süd Forums zurück. Seitdem ist die Verbindung mit der Hauptstadt von Simbabwe zu einem Dach für das Engagement vieler Münchner für die Partnerstadt in Afrika geworden. Zum Beispiel konnte München im letzen Jahr mit rund 32.000 Euro helfen, um die Folgen der grassierenden Cholera-Epidemie in Simbabwe zu mildern. 

Interessierte im Gespräch mit Bürgermeister Monatzeder. Foto: Inge Wittenzellner (c)Auf Anregung des Nord Süd Forums unterstützt München seit 1997 die Selbstorganisation des indigenen Volkes der Asháninka im zentralen Regenwald von Peru bei der Durchsetzung von Menschenrechten, Bildungschancen und Mitspracherecht. Zu den Projekten gehören der Aufbau von Bildungseinrichtungen, dörflichen Standesämtern und die Wiederaufforstung von entwaldeten Gebieten. Auf Initiative des Nord Süd Forums beschreitet München als erste Kommune in Deutschland erfolgreich den Weg zur Verknüpfung von Entwicklungszusammenarbeit und aktivem Klimaschutz.
Gruppenfoto der Mitarbeiterinnen, Vorstände und aller (ehemaliger) PraktikantInnen. Foto: Inge Wittenzellner (c)

(Claudia Mende, 27.11.2009)

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