Grabsteine aus ausbeuterischer Kinderarbeit

Pressemitteilung

Münchens Friedhöfe - bald wieder mit Grabsteinen aus ausbeuterischer Kinderarbeit?

50 - 70% (regional unterschiedlich) der bei uns erhältlichen Grabsteine stammen aus
Indien und China, weil sie billiger als hiesige sind. Das hängt damit zusammen, dass in den Steinbrüchen Kinder schuften und Erwachsene in sklavenähnlichen Verhältnissen (Schuldknechtschaft) beschäftigt sind - ihre Lebenserwartung liegt bei 40 Jahren. Oftmals bohren 3 Kinder an einem großen Bohrer hängend die Löcher für die Sprengungen - Staublunge vorprogrammiert. Die Kinder sind abhängig und ihrem Schicksal ausgeliefert. Schulbesuch ist nicht möglich. Die Fakten sind durch mehrere Dokumentationen (ausgestrahlt auf arte und ARD) belegt.

Was ist das für eine Begräbniskultur, Kinder für seinen Grabstein arbeiten zu lassen?
Wollen wir auch hier eine "Schnäppchen-Mentalität"? Wir jedenfalls nicht. Deshalb habenwir - das Nord Süd Forum München e.V. (ein Zusammenschluss von über 50 Eine-Welt-Gruppen in München - die Änderung der Friedhofssatzung durch die Stadt Münchenbegrüßt, mit der verhindert werden soll, dass auf unseren Friedhöfen Grabsteine ausausbeuterischer Kinderarbeit stehen.

Ein Münchener Steinmetz hat gegen diese neue Satzung geklagt. Der Bayerische
Verwaltungsgerichtshof verhandelt den Fall öffentlich am Mittwoch, den 4. Februar 2009, 14 Uhr, in der Ludwigstr. 23. Der Kläger ist der Auffassung, dass die Stadt keine „sauberen Grabsteine" vorschreiben dürfe. Er ist Mitglied in der „Interessengemeinschaft indische, afrikanische und lateinamerikanische Granite“, die lt. Mitgliederrundbrief vom August 2008 „grundsätzlich einen weiteren sinnlosen Bürokratismus in der Friedhofsverwaltung und die damit verbundene Gängelung der Steinmetzbetriebe“ verhindern will. (…) Im selben Schreiben fährt die „Interessengemeinschaft“ fort: „Aus diesem Grund führen wir folgende Klagen und Aktivitäten: A) Normenkontrollklage gegen die Stadt München (…) B) Normenkontrollklage gegen die Stadt Andernach (…)“.

Den Münchener Steinmetz und die „Interessensgemeinschaft“, die aus 17 Interessenvertretern aus Deutschland, einem aus Holland und einem aus Indien besteht, fragen wir, ob sie wirklich die Interessen der Steinmetzbetriebe, der ausgebeuteten Kinder und der Friedhofskultur in Deutschland vertreten. Oder ob es nicht doch um die Interessen einiger indischer Steinexporteure geht, die rücksichtslos ihren Reibach machen wollen - auch auf Kosten von Gesundheit, Bildung und Wohlbefinden von Kindern.

Dabei gibt es Alternativen: Neben Natursteinen aus Deutschland sind inzwischen auch Grabsteine aus Indien im Handel, die nachprüfbar ohne Ausbeutung von Kindern und Sklaven hergestellt werden (Xertifix und Fair-Stone).

Heinz Schulze, Vorstand 2.2.09

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07.03.12 Mi Arbeitskreis München-Asháninka
26.03.12 Mo Plenum des Nord Süd Forum München e. V.
21.05.12 Mo Mitgliedsversammlung

Auszeichnung Offizieller Einzelbeitrag 2009/2010 der UN-Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung". Infobörse "Hinaus in die Welt"

Auszeichnung Offizielles Projekt 2005/2006 der UN-Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung". Kampagne "made by kinderhand"

Bundesweite Auszeichnung "Global vernetzt - lokal aktiv"


Auszeichnung Kommunale Agenda 21

Bildung für nachhaltige Entwicklung