Grabsteine aus Kinderhand?
Nicht mit uns!

Pressemitteilung vom 23.02.09

Grabsteine aus Kinderhand? – Nicht mit uns!

Auf Münchner Friedhöfen dürfen nur Grabsteine aufgestellt werden, die nachweislich ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt wurden, so die Friedhofssatzung der Landeshauptstadt München aus dem Jahr 2007. Münchner und Münchnerinnen und auch der bayrische Innungs-verband der Steinmetze und Bildhauer begrüßten diese Regelung als positive Veränderung. Ein Münchner Steinmetz, der kein  Innungsmitglied ist, fühlte sich durch den Beschluss “gegängelt” und setzte diesem nach eigenen Worten “sinnlosen Bürokratismus” durch eine Normenkontrollklage vor dem bayrischen Verwaltungsgerichtshof ein Ende. Auch wenn das negative Urteil die Stadt München nun nötigt ihre Änderung der Friedhofsatzung rückgängig zu machen und damit gezwungen ist dem freien Wettbewerb mit und ohne ausbeuterischer Kinderarbeit wieder freien Lauf zu lassen, ist fraglich ob das Urteil ein Erfolg für den klagenden Steinmetz und seine „Interessensgemeinschaft“ darstellt.

Protest gegen die SteinmetzklageDas Nord Süd Forum München e.V und seine 53 Mitgliedsgruppen sind über die Klage und ihren Ausgang schockiert und fassungslos. Von dem gemeinsamen Bestreben sich aktiv gegen aus-beuterische Kinderarbeit zu engagieren werden sich aber weder die Stadt (so entsprechende Stadtratsanträge und Beschlüsse im Februar 2009) noch ihre Bürger und Bürgerinnen abbringen lassen. Ganz im Gegenteil: Das Urteil hat eine Vielzahl von sensiblen Reaktionen in der Öffentlich-keit erzeugt. Eindeutig ist, dass es den MünchnerInnen keinesfalls egal ist auf wessen Kosten ihre Grabsteine produziert werden. „Freier Wettbewerb um jeden Preis“ ist von vielen nicht erwünscht. Auch in der Steinbranche selbst gibt es Unverständnis für die Klage und Bedauern über das Urteil.

Der Kläger gibt sich öffentlich als Gegner von Kinderarbeit aus. Wir sind verwundert darüber, dass ein Gegner der Kinderarbeit sein Recht einklagt, um Grabsteine vertreiben zu können, deren Herkunft nicht mit einem transparenten, anerkannten Siegel als wirklich kinderarbeitsfrei ausgewiesen ist, anstatt das bestehende Engagement gegen ausbeuterische Kinderarbeit tatkräftig zu unterstützen. Die Kontrollen von unabhängigen Siegelorganisationen wie “Xertifix” oder “Fair Stone” können nicht ersetzt werden durch Bestätigungen indischer Regierungs-angestellter, mit denen der Kläger auf seiner Homepage wirbt. Sie bieten unserer Auffassung nach eine nur unzureichende Garantie, da Kinderarbeit in Indien bei hohen Strafen verboten ist - dass ein Regierungsfunktionär bei seinem angemeldeten Besuch im Steinbruch arbeitende Kinder sieht, ist also in der Tat unwahrscheinlich.

Protest gegen die Steinmetzklage 

Die Stadtratsfraktionen von CSU und Bündnis 90/Die Grünen stellten Anträge an die bayerische Landesregierung, um eine Gesetzesänderung auf den Weg zu bringen, die den vielen gegen ausbeuterische Kinderarbeit engagierten Kommunen in Bayern rechtlichen Rückhalt bieten soll.

Das Nord Süd Forum begrüßt und unterstützt solche Schritte in die richtige Richtung und wird jetzt erst recht viele wachsame Augen auf die Branche der Natur- und Grabsteinindustrie werfen, Missstände bekannt machen, Positives unterstützen und den Handel mit gesiegelten Produkten vorantreiben. Denn jetzt sind wir Bürger und Konsumenten gefragt. Auch an uns liegt es, ob ethische Werte gelten und menschliche Würde Platz hat in der globalisierten Wirtschaft oder nicht.

Heinz Schulze
(Vorstand)

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07.03.12 Mi Arbeitskreis München-Asháninka
26.03.12 Mo Plenum des Nord Süd Forum München e. V.
21.05.12 Mo Mitgliedsversammlung

Auszeichnung Offizieller Einzelbeitrag 2009/2010 der UN-Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung". Infobörse "Hinaus in die Welt"

Auszeichnung Offizielles Projekt 2005/2006 der UN-Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung". Kampagne "made by kinderhand"

Bundesweite Auszeichnung "Global vernetzt - lokal aktiv"


Auszeichnung Kommunale Agenda 21

Bildung für nachhaltige Entwicklung