Klimaschützer nicht an den Pranger stellen

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Pressemitteilung vom 13.12.2010

Die Ergebnisse vom Weltklimagipfel in Cancun sind schwach und ohne konkrete Festlegungen.
Die Vertretung Boliviens wird als „Blockierer“ oder „Bremser“ dargestellt und steht am Pranger. Das  ist widersinnig. Bolivien wollte, dass alle „mehr“ vereinbaren und ans Eingemachte gehen.
Neben dem Staat Bolivien haben zehntausende Kleinbauern, Vertreterinnen
indigener Völker und andere politisch engagierte Menschen gegen das
Geschachere um die Zukunft der Erde protestiert und konkrete Forderungen
gestellt.
Bolivien kritisiert zu Recht die Schwäche der zur Verabschiedung vorgelegten Beschlüsse. Das Abschlusspapier spricht vom Ziel, die Erderwärmung auf 2 Grad Celsius zu beschränken. Aber es gibt keine verbindlichen Maßnahmen, womit das
wirklich erreicht werden soll.
Die Sorge ist sehr berechtigt, dass der CO2-Zertifikathandel ein lukratives Geschäft für dessen Betreiber ist, aber keine wirklichen Resultate für das Klima bringt. Auf alle Fälle muss verhindert werden, dass mit diesem modernen Ablasshandel sogar Atom- und Kohlekraftwerke oder der Bau von Riesen-Staudämmen – und die damit einhergehende Bedrohung  von Mensch und Natur – gefördert und gerechtfertigt werden.
Es ist zu hoffen, dass auf dem Weg zur nächsten Klimakonferenz die Kritik Boliviens ernst genommen wird und in die vorbereitenden Verhandlungen an herausragender Stelle einfließen.

Die Vorstände des Nord Süd Forums, München, 13.12.2010

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