Bayerns Friedhöfe jetzt mit Grabsteinen ohne ausbeuterische Kinderarbeit – offener Brief

Bereits seit 2006 beschäftigt sich das Nord Süd Forum München e.V. mit dem Thema Natur- und Grabsteine aus Kindersklavenarbeit, damals unter anderem im Rahmen der Kampagne „made by kinderhand“. Mittels Misereor gelang es, ein Siegel (Xertifix) einzuführen, mit dem Steine aus Indien, einem der Hauptimporteure, gekennzeichnet werden, die nicht mit Kinderarbeit in Steinbrüchen hergestellt wurden. Schließlich folgte am 14. März 2007 die Änderung der Friedhofsatzung durch einen Stadtratsbeschluss: Auf städtischen Friedhöfen waren nur Grabsteine, die nachweislich ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt wurden, aufstellbar.
Dieser Beschluss scheiterte letzten Endes an der erfolgreichen Klage eines nicht innungsgebundenen Münchner Steinmetzes. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschied am 4. Februar 2009, die Kommune habe hier keine Regelungskompetenz. Von da an waren die Bundes- und Landesgesetzgeber gefordert.


Doch nun der Erfolg: Am 22. Juli 2016 beschloss der Bayerische Landtag einstimmig, dass bayerische Städte und Gemeinden jetzt offiziell die Aufstellung von Grabsteinen aus ausbeuterischer Kinderarbeit verbieten können.


In einem offenen Brief wendet sich Heinz Schulze, Vorsitzender des Nord Süd Forums München e.V., an die Firma Ludwig Schneider – Denkmale, die dafür sorgte, dass der Beschluss von 2007 damals vorerst scheiterte.

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