Rede von Heinz Schulze für den „Global Climate March“

Aufgrund von Schwierigkeiten bei der zeitlichen Koordinierung der Redebeiträge auf dem „Global Climate March“, konnte Heinz Schulze vom Arbeitskreis Asháninka seine vorbereitete Rede am 6. Mai auf dem Königsplatz nicht halten. Wir finden es wichtig, dass die Worte von Heinz dennoch gehört (oder gelesen) werden:

„Mein Name ist Heinz Schulze, ich spreche hier im Namen des Nord Süd Forum München. Wir haben viel mit den Mißständen zu tun, die in den armen Ländern der Welt durch unsere Art zu leben verursacht werden. Und wir können diejenigen dort unterstützen, die sich gegen die Erderwärmung und für eine menschliche, harmonische Entwicklung einsetzen. Heute schaue ich kurz auf Peru und das im Zusammenhang mit dem Thema dieser wichtigen Demonstration:

Beispielsweise wurden allein in Peru, wo wir uns sehr engagieren, in den letzten fünfzehn Jahren zwei Millionen Hektar Regenwald vernichtet. Für Erdgas, Erdöl, Megastaudämme, für Palmöl usw. machte man dort eine Fläche Wald kaputt, die drei Viertel der gesamten Waldfläche Bayerns ausmacht. Für uns ist das eine Zahl. Für die Menschen im Regenwald ist es eine Frage von Leben und Tod. Ein Vertreter aus dem südlichen peruanischen Regenwald erklärte: „ Ich will nicht, dass meine Kinder von Öl und Krieg zerstört werden. Deshalb verteidigen wir uns selbst. Wir werden nicht länger dazu schweigen, wie sie uns auf unserem angestammten Land ausnutzen. Wenn es sein muss, sterben wir im Kampf gegen das Öl.“

Was tun wir in München und was kann getan werden, um die Zerstörung des amazonischen Regenwalds aufzuhalten, der die Lunge der Erde ist und der für das Weltklima und das Überleben der Menschen maßgebend ist?

Dazu einige kurze Beispiele:

Beispiel Palmöl: Ein Großer im Palmölgeschäft ist die US-tschechische Firma Melka. Sie war in Peru dabei, vor allem für Treibstoff bis zu 100.000 Hektar Regenwald abzuholzen und Ölpalmplantagen anzulegen. Weil das Unternehmen ständig die mindesten Sozial- und Umweltstandards mißachtete, gelang es, mit internationalem Druck, auch aus München, dass die Produktion gestoppt wurde und die Firma von der Londoner Börse ausgeschlossen wurde.

Beispiel Megakraftwerk: Wir unterstützten eine Info- und Aktionskampagne der indigenen Organisationen im zentralen peruanischen Regenwald. Sie wehrten sich vehement dagegen, dass ein riesiges Regenwaldgebiet und Siedlungen überschwemmt werden sollte. Wofür?  Um Strom zu produzieren für die Produktion von Aluminium im 400 km entfernten Brasilien. 250.000 Hektar Regenwald konnten vorläufig gerettet werden.

Letztes Beispiel Holz: Die Holzmafia arbeitet mit allen Mitteln von Einschüchterung, Betrug, Korruption und Gewalt, um aus den indigenen Territorien illegal Holz und jede Menge Kapital zu schlagen. Wenn sie meint am längeren Hebel zu sitzen, bringt sie einheimische Naturschützer mit falschen Anschuldigungen vor Gericht – und jahrelang unschuldig hinter Gitter.  Einen dieser Fälle in einer Gemeinde konnten wir dadurch verhindern, dass wir die Engagierten vor Ort unterstützten und einen Kostenanteil für einen guten und engagierten Rechtsanwalt übernahmen. Die Verantwortlichen dieser Dorfgemeinschaft mussten keine 35 Jahre in den Knast und die Gemeinde rettete an die 35.000 Hektar Regenwald vor dem Zugriff der Mafia.

Fazit: Im Kampf gegen die Zerstörung der Lebensbedingungen für die Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika können unsere Unterstützungen mithelfen, dass für sie das Licht am Ende des Tunnels nicht immer nur ein Zug ist, der ihnen entgegenkommt.

Vielen Dank“

 

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