Rassismus konkret: Eine Einladung zum Debattieren und Dekolonisieren

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Im März laden die Internationalen Wochen gegen Rassismus wieder dazu ein, über Dimensionen von Rassismus nachzudenken. Jenseits dieses Rahmens sind tiefgehende ehrliche Auseinandersetzungen darüber viel öfter notwendig. Gerade in Deutschland ist das R-Wort mit Tabu belegt und das R-Verständnis geht weit auseinander. Der rückwärtsgewandte Blick auf die geschichtlichen Wurzeln rassistischer Sozialisierung fällt schwer, und es existiert nach wie vor ein Abwehrmechanismus gegenüber Erfahrungen im alltäglichen Umfeld, die zunächst als nicht diskriminierend wahrgenommen werden. Eine zunehmende Organisierung im rechten Spektrum macht Sorge. Die Frage nach gesellschaftlich gewachsenen Strukturen, die bestimmte Gruppen als starke Benachteiligung erleben, darf dabei nicht aus dem Blick geraten.

Das EineWeltHaus, das Nord Süd Forum und das Pädagogische Institut machen gemeinsam Programm.

Am 22. und 23. März stellen wir uns unter dem Titel „Rassismus konkret“ diesem Thema. Im Dokumentarfilm „AfroDeutschland“ am Freitagabend führt die afro-deutsche Moderatorin Jana Pareigis Gespräche mit bekannten und unbekannten Menschen afrikanischer, deutscher und diasporischer Herkunft. Im Panel danach gehen ganz besondere Podiumsgäste in den Dia-log mit dem Publikum. Das Engagement der Politologin und UN-Beauftragten Elisabeth Kaneza gilt zurzeit der Internationalen UN-Dekade für Menschen Afrikanischer Herkunft (2014 – 2025). Ebenso dabei sind Benjamin Adjei, Landtagsabgeordneter im Bayerischen Landtag, Joyce M. Muvunyi, Vertretung vom Europäischen Netzwerk von Menschen afrikanischer Herkunft und Sonia Ango, studentische Vertretung.Der Samstagvormittag beginnt mit einem Vortrag von Elisabeth Kaneza. Die UN erklärten den 21. März in der ersten UN-Dekade zur Bekämpfung von rassistischer Diskriminierung (1973–1983) zum Gedenktag, mittlerweile sind es Aktionswochen. Anlass war damals ein Massaker an Demonstrierenden während des südafrikanischen Apartheid- Regimes. Rassistische Diskriminierung, so besagt die UN-Resolution, sind eine Verleugnung der Menschenrechte und fundamentaler Freiheiten und Gerechtigkeit. Samstagnachmittag bieten wir Interessierten in Workshops zu den Bereichen Sprache, Medien, Institutionen und Märkte die Möglichkeit, sich intensiver mit Rassismus und (Neo-)Kolonialismus auseinanderzusetzen. Über eine rege Teilnahme daran und am abschließenden, gemeinsam zubereiteten Abendessen freuen wir uns.

Dieser Text stammt von Modupe Laja für den Vorstand des EineWeltHauses. Über unseren Beitrag zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus könnt ihr euch hier und hier informieren.


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