Bildungspolitischer Comic „Paco Yunque“

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Der Comic erzählt die Geschichte des kleinen Indiojungen Paco Yunque, in dessen Alltag sich die ungerechten Macht- und Verteilungsstrukturen der peruanischen Gesellschaft des 20. Jahrhunderts widerspiegeln. Die deutsche Erstausgabe ist eine überarbeitete Version des peruanischen Schriftstellers César Vallejo (1892 – 1938) von dem zeitgenössischen Comiczeichner Juan Acevedo.

Die Ursprungserzählung von César Vallejo wurde 1931 verfasst, konnte aber erst 1951 erscheinen. Heute ist die Geschichte eine Pflichtlektüre in den peruanischen Grundschulen. Der Comic-Künstler und Medienpädagoge Juan Acevedo hat Jahre später aus dieser Vorlage einen Comic geschaffen, der jetzt als deutsche Erstausgabe von der Informationsstelle Peru e.V. vorliegt. Ergänzend dazu wurden Bilder einer anderen zeichnerischen Umsetzung von Carlos Giménez beigefügt.

César Vallejo; Juan Acevedo; Carlos Giménez: Paco Yunque. 48 Seiten A4, schwarz-weiß mit farbigem Kartoneinband. Deutsche Erstausgabe 2009. Schutzgebühr 5 Euro zzgl. Versandkosten.

Zum Inhalt:
Es ist der erste Schultag des kleinen Indiojungen Paco Yunque. Seine Mutter bringt ihn zum Schulhof, lässt ihn dort bei den anderen Kindern und muss zur Arbeit. Paco ist eingeschüchtert von der neuen Situation und wird zum Spielball von Humberto Grieve, dem reichen Sohn des Geschäftsführers der peruanischen Eisenbahngesellschaft. Wie ein entwurzeltes Pflänzchen wird er hilflos hin und her gezerrt.

Die ungleichen Machtverhältnisse werden deutlich: Zusammen mit seiner Mutter wurde Paco vom Land ins Haus des Patrons und Bürgermeisters Grieve geholt – sie als Dienstmädchen, er als „Bursche“ für Humberto. Auf unterdrückende und Angst einflößende Art wirkt der Patron bis ins Kleinste hinein. Auch der Lehrer kann oder will sich diesem Einfluss nicht entziehen. Und so flammen an diesem einen Schultag immer neue zutiefst ungerechte Situationen auf, die unlösbar scheinen und den kleinen Paco ohnmächtig und traurig zurück lassen.

Die bedrückende Situation des Comics wird jedoch immer wieder durchbrochen. Für den Leser ist Pacos Banknachbar als zweite Hauptfigur eine Wohltat. Dieser benennt die Ungerechtigkeiten und verbalisiert, was Paco Yunque (noch) nicht schafft. Er ist es auch, der sich immer wieder einmischt, sich mutig entgegenstellt und am Ende zu trösten versucht: „Hör auf! Weine nicht, komm´ wir spielen mit meiner Tafel …“

Bestellungen beim Herausgeber: Informationsstelle Peru e. V. , Kronenstraße 16a, 79100 Freiburg/B. oder an Heinzschulze@gmx.net