Comic-Ausstellung: BLACK KIRBY – fällt leider aus

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Die Erschießung eines Schwarzen durch einen weißen US-Polizisten am 9. März 2015 zeigt, dass die Rassendiskriminierung in den Vereinigten Staaten immer noch nicht beendet ist. Zeitgleich kämpfen europäische Behörden mit den Flüchtlingsströmen aus Afrika. Eine humanitäre Lösung ist längst überfällig. Die Ausstellung BLACK KIRBY behandelt dieses sozial- und politisch hochbrisante Thema aus der Sicht der US-amerikanischen Comics. Der Titel spielt auf die Geschichte der Schwarzen in den USA sowie den jüdischen Comiczeichner Jack Kirby an, der weltweit zu den bekanntesten Vertretern seines Fachs gehört. Zu den zahlreichen von ihm miterfundenen Figuren gehören die Superhelden Captain America, Iron Man, The Fantastic Four, Thor, The Incredible Hulk und The X-Men, die durch die Comicverfilmungen der letzten Jahre einem breiten Publikum vertraut sind. In seinen Comics hat er die eigene jüdische Identität und den Holocaust kritisch verarbeitet.

Die Ausstellung BLACK KIRBY greift diesen Kontext auf und verbindet ihn mit der Darstellung afroamerikanischer Identitäten im Mainstream-Comic. Fragen der sozialen Gerechtigkeit werden mittels des Vergleichs zu Jack Kirby in ein neues Licht gesetzt. Sie bietet damit einen spannenden Einblick in die amerikanische Populärkultur und betont den künstlerischen Umgang mit Comics. Visuelle Einflüsse des Hip-Hops und Funks treffen auf den dynamischen Zeichenstil Jack Kirbys. Die Exponate „sampeln“ seinen Stil und „remixen“ ihn mit den Einflüssen anderer Künstler. BLACK KIRBY benutzt den universellen Ansatz der Superhelden und verknüpft ihn mit dem Phänomen des Afrofuturismus, der „Black Power“ und des magischem Realismus.
Bei BLACK KIRBY handelt es sich um die zeichnerische Einheit aus John „Pitch“ Jennings, der am Kunstdepartment der Universität Buffalo lehrt, und Stacey „Blackstar“ Robinson, dessen künstlerische Einflüsse von Michelangelo bis Robert Rauschenberg reichen.

Kuratoren: Ralf Palandt und Jens Meinrenken, gefördert durch das Kulturreferat der LH München, in Kooperation mit dem Trägerkreis EineWeltHaus München e.V.

Unterstützt durch den Deutschen Comicverein e.V., das Berliner Comic-Kolloquium, das Comicfestival München sowie den Nord Süd Forum München e.V.

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