Profit statt Umwelt und Menschenrechte

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(Klima-)-Un-Verantwortung Münchener Unternehmen

Abendveranstaltung mit: Alan Tygel (Campanha Permanente contra os Agrotóxicos e pela Vida, Brasilien), Regine Richter (urgewald), Alejandro Pacheco (Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit), Christian Russau (GegenStrömung und Kritische Aktionär*innen)

Münchener Konzerne sind weltweit aktiv – und daher auch an vielen Projekten beteiligt, die die Menschenrechte und das Recht auf saubere Umwelt und Klimagerechtigkeit mit Füßen treten. Auf dieser gemeinsamen Veranstaltung von urgewald, Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit, Dachverband der Kritischen Aktionär*innen, FDCL, Brasilien Initiative Berlin, GegenStrömung, Aluna Minga, ProREGENWALD, Nord Süd Forum und MISEREOR, wollen wir Schlaglichter auf verschiedenen Fälle werfen, in denen Münchener Unternehmen in unverantwortliche und zwielichtige Projekte verwickelt sind und über die Klimaverantwortung der Unternehmen reden:

Der im Januar dieses Jahres in Brasilien gebrochene Damm Brumadinho eines Rückhaltebeckens des Bergwerkkonzerns Vale mit Hunderten von Toten war zuvor als sicher eingestuft worden – vom Münchener Unternehmen TÜV SÜD.

Die Münchener Rück hat weltweit (Besitz-)Anteile an Landflächen in Höhe von 100.000 Hektar, davon in Brasilien alleine 15.000 Hektar an Eukalyptus-Plantagen – die Probleme des Landgrabbing und Pestizideinsatzes dieser Plantagen wird von den Münchenern heruntergespielt. Der Staudamm Hidroituango, der im vergangenen Jahr beinahe gebrochen wäre und dessen Umwelt- und sozialen Schäden Tausende von Menschen direkt betroffen haben, hatte eine Rückversicherung der Münchener Rück, die nun mit einem dreistelligen Millionenbetrag die Schäden ersetzen muss – obwohl kolumbianische und deutsche Menschenrechtsorganisationen seit Jahren vor den Folgen des Großprojekts Hidroituango für Menschen und Umwelt ausdrücklich gewarnt und dabei auch deutsche Firmen und Politik mit Nachdruck aufgefordert hatten, sich nicht an diesem Projekt zu beteiligen. Im Klimabereich hat die Münchener Rück zwar im vergangenen Jahr die Rückversicherung von Kohleprojekten weitestgehend ausgeschlossen, es gibt jedoch noch keinen Plan für einen kompletten Kohleausstieg des Unternehmens, vom Ausschluss anderer Fossiler ganz zu schweigen.

Unicredit, der Mutterkonzern der HypoVereinsbank, ist die Nummer Eins bei der Kreditvergabe an die schlimmsten europäischen Kohleunternehmen (RWE, PGE, CEZ, Uniper). Zudem spielt UniCredit eine wichtiger Rolle als Finanzier von türkischen Kohlekraftwerken.

Veranstaltung auf Deutsch, Eintritt frei.

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