Vom Norden lernen? Menschenrechte auch für Frauen in der Prostitution

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Online-Veranstaltung zum Münchner Tag der Menschenrechte

Mit Referentinnen aus Politik, Zivilgesellschaft und Betroffenen will die Veranstaltung über das Nordische Modell informieren. Wir freuen uns besonders über die Beteiligung der Bayrischen Abgeordneten des Europäischen Parlaments Maria Noichl, SPD und Per-Anders Sunesson des Schwedischen Sonderbotschafters für den Kampf gegen Menschenhandel.

Die rot-grüne Regierung hat 2002 ein Gesetz zur Liberalisierung des Prostitutionsgewerbes erlassen, um den Status der Frauen in der Prostitution zu verbessern. Es sollte ein Job wie jeder andere werden - mit Arbeitsverträgen und Sozialversicherung. Besonders im Zuge der EU-Ost-Erweiterung hat dies dazu geführt, dass Menschhändler gefahrlos ihre Geschäfte ausweiten und Claims abstecken konnten. Gerade die Frauen des globalen Südens, meist unter falschen Versprechungen hergelockt und zur Prostitution gezwungen, sind abhängiger denn je, was durch die Corona Einschränkungen besonders zum Vorschein kam: Drogen, Obdachlosigkeit und Gewalt bestimmen ihren Alltag zwischen Bordellen und Verrichtungsboxen. Während manche politisch Aktive gern Narrative der Lobbyverbände von „sexuellen Dienstleistungen“ im Sinne von „Selbstbestimmung und befreiter Sexualität“ bedienen und „Sexarbeit“ sogar als „Empowerment“ für die Frauen begrüßen, sehen andere Prostitution als untrennbar mit dem Menschenhandel verbunden und daher als fundamentale Menschenrechtsverletzung. In keinem Bereich wird die Logik der Externalisierung so evident, wie bei dem Umgang mit der Würde der Frauen aus Afrika, Asien und vor allem aus Osteuropa. Und nirgends wird hartnäckiger weggeschaut, verharmlost, banalisiert.

Eine Politik im Sinne des „Nordischen Modells“ sorgt für einen Paradigmenwechsel. Sexkauf wird als Ausnutzung einer Notlage betrachtet und sanktioniert, Prostitution bleibt für Frauen aber grundsätzlich straffrei. Es trifft also die Freier, nicht die Frauen, diese werden durch umfangreiche Programme beim Ausstieg unterstützt, wenn sie es wünschen. 1999 trat das Gesetz in Schweden in Kraft, danach in vielen anderen Ländern, z.B. in Frankreich. Inzwischen werden in allen politischen Parteien – außer bei den Liberalen und der AfD - die Forderungen nach einem Politikwechsel immer lauter, denn Menschenrechte sind unteilbar - und solange ein Geschlecht das andere kaufen kann, wird es keine Gleichstellung geben.

Moderation: Silvia Reckermann und Elly Arrow

Veranstaltende*r: Terre des Femmes in Koopertion mit dem Nord Süd Forum Mmünchen

Anmeldung erwünscht: info@nordsuedforum.de

Link zum Einwählen:

https://zoom.us/j/96588231830?pwd=Uys2Q25iUmZpWW1hWkNhcTRIK3hkZz09Meeting-ID: 965 8823 1830 Kenncode: 147367

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