Rundreise (2026): „Buen Vivir" das gute Leben verteidigen – Kämpfe um Autonomie und Würde in Mesoamerika“
Rundreise (2026): „Buen Vivir" das gute Leben verteidigen – Kämpfe um Autonomie und Würde in Mesoamerika“
28.09. - 11.10.2026
Liebe Freund*innen, Partnerorganisationen und solidarische Gruppen,
auch 2026 organisiert das Ökumenische Büro für Frieden und Gerechtigkeit wieder eine Speakerstour mit Gästinnen aus Mesoamerika. Gemeinsam mit unseren langjährigen Partnerorganisationen in Honduras und Mexiko möchten wir aktuelle Kämpfe gegen Landraub, Extraktivismus, koloniale Kontinuitäten und kapitalistische Entwicklungsmodelle sichtbar machen und den direkten Austausch zwischen Aktivist*innen aus Mesoamerika und solidarischen Bewegungen in Deutschland ermöglichen.
Die Gästinnen
Mabel Robledo (OFRANEH, Honduras)
Mabel Robledo ist Garífuna-Aktivistin und Menschenrechtsverteidigerin aus Nueva Armenia an der Karibikküste Honduras. Als Mitglied von OFRANEH (Organización Fraternal Negra Hondureña) setzt sie sich für die Verteidigung der Territorien, Land- und Fischereirechte sowie die kulturelle Selbstbestimmung der Garífuna ein. Aufgrund ihres Engagements war sie wiederholt Bedrohungen, Kriminalisierung und Gewalt ausgesetzt. Sie wird über die aktuellen Herausforderungen der Garífuna-Gemeinschaften berichten und Einblicke in Projekte wie die autonome Gemeinde Vallecito geben.
Esther Sulub (Centro Comunitario U Kúuchil K Ch'i'ibalo'on, Mexiko)
Esther Sulub ist Maya-Aktivistin, Kulturvermittlerin und Kunsthandwerkerin aus Felipe Carrillo Puerto in Yucatán. Sie engagiert sich für die Weitergabe traditionellen Wissens, Ernährungssouveränität, den Schutz indigener Territorien und die Bewahrung der Maya-Kultur. In ihrer Arbeit setzt sie sich kritisch mit den Auswirkungen von Megaprojekten wie dem sogenannten Tren Maya auseinander und zeigt gleichzeitig gemeinschaftliche Alternativen im Sinne des „Buen Vivir“ auf.
Inhaltliche Schwerpunkte der Tour
Die Tour steht unter dem Titel „Das Gute Leben verteidigen – Kämpfe für Autonomie und Würde in Mesoamerika“.
Im Mittelpunkt stehen:
Kämpfe indigener und afroindigener Gemeinschaften um Land, Territorien und Selbstbestimmung
Auswirkungen von Megaprojekten, Tourismus, Extraktivismus, organisierter Kriminalität und globalen Wirtschaftsmärkten
Die Rolle Deutschlands und Europas in diesen Zusammenhängen
Menschenrechtsverteidigung und zivilgesellschaftlicher Widerstand
Ernährungssouveränität, kulturelle Selbstbestimmung und gemeinschaftliche Alternativen
Das Konzept des „Buen Vivir“ als Perspektive für soziale und ökologische Gerechtigkeit. Dabei verstehen wir „Buen Vivir“ ausdrücklich nicht als akademisches Leitkonzept, sondern als eine von den betroffenen Gemeinschaften selbst entwickelte und gelebte Praxis. Im Zentrum stehen konkrete Erfahrungen von Selbstorganisation, Territoriumsverteidigung, Ernährungssouveränität, kultureller Identität und solidarischem Zusammenleben. Zugleich soll kritisch diskutiert werden, wie Begriffe wie „Buen Vivir“ oder „grüne Entwicklung“ zunehmend von staatlichen und wirtschaftlichen Akteuren vereinnahmt werden.
Neben öffentlichen Abendveranstaltungen sind je nach Station auch Seminare, Workshops, Fachgespräche, Mediengespräche oder Treffen mit politischen Entscheidungsträger*innen geplant.
Zeitraum
28. September bis 11. Oktober 2026
Die genaue Route wird gemeinsam mit den beteiligten Gruppen abgestimmt und kann sich noch leicht verändern:
Salzburg: 29.09.
Exkursion Chiemsee, ländliches Projekt 30.09
Augsburg: 01.10. (Tagesworkshop & Performance, Abendveranstaltung)
Leipzig: 02.10. + einen Ausflug zu einem ländlichen Projekt nahe Leipzig (03.10.)
Brandenburg 04.10
Berlin: 05.-07.10.
Hannover: 08.10.
Frankfurt : 09.-11.10.
Warum diese Tour wichtig ist
Die Kämpfe der Garífuna in Honduras und der Maya-Gemeinschaften in Yucatán sind keine isolierten lokalen Konflikte. Sie stehen beispielhaft für globale Auseinandersetzungen um Land, Ressourcen und Selbstbestimmung. Während Regierungen und Unternehmen Megaprojekte, Tourismusentwicklung oder „grünes Wachstum“ als Fortschritt verkaufen, erleben viele Gemeinschaften vor Ort Vertreibung, Umweltzerstörung, Militarisierung und den Verlust ihrer Lebensgrundlagen.
Gleichzeitig entwickeln diese Gemeinschaften eigene Antworten auf die Krisen unserer Zeit. Sie verteidigen ihre Territorien gegen Landraub und Extraktivismus, organisieren sich kollektiv, bewahren kulturelles Wissen und schaffen konkrete Alternativen zu einem Wirtschaftssystem, das auf Ausbeutung von Mensch und Natur beruht. Für sie bedeutet das „Gute Leben“ nicht mehr Konsum oder wirtschaftliches Wachstum, sondern gemeinschaftliche Fürsorge, Autonomie, Ernährungssouveränität und ein Leben in Würde.
Mit der Tour möchten wir dazu beitragen direkte Begegnungen zu ermöglichen. Nicht als Expert*innen über Mesoamerika, sondern als Raum für Austausch zwischen Menschen, die an unterschiedlichen Orten mit ähnlichen Fragen konfrontiert sind: Wie verteidigen wir unsere Lebensgrundlagen? Wie organisieren wir Widerstand gegen autoritäre, rassistische und kapitalistische Verhältnisse? Und wie können wir internationale Solidarität jenseits symbolischer Unterstützung praktisch werden lassen?
Die Speakerstour versteht sich deshalb als Einladung zum gemeinsamen Lernen, Diskutieren und Vernetzen.
Wir freuen uns sehr über eurer Interesse und darauf, gemeinsam mit euch eine spannende und inspirierende Tour zu erleben!
Kontakt: Alice Wiesholler mex@oeku-buero.de
Mehr Infos unter: https://www.oeku-buero.de/details/rundreise-2026.html
Kooperationsparter:innen: Nord Süd Forum e.V, Careteria
Auftaktveranstaltung in München
Am 28. September 2026 startet in München die Speakers Tour 2026 „Buen Vivir – Das gute Leben verteidigen“. Zum Auftakt der Rundreise laden wir zu einem Abend der Begegnung, des Austauschs und der internationalen Solidarität mit Mabel Robledo aus Honduras und Esther Sulub aus Mexiko ein.
Unter dem Titel „Kämpfe um Autonomie und Würde in Mesoamerika“ bringen die beiden Aktivistinnen Perspektiven und Erfahrungen aus ihren Kämpfen nach München. Sie berichten von ihrem Engagement für Selbstbestimmung, Würde und den Erhalt gemeinschaftlicher Lebensweisen und davon, was es heute bedeutet, das Recht auf ein „gutes Leben“ gegen Ausbeutung, Gewalt und Fremdbestimmung zu verteidigen.
Der Münchner Abend bildet den Auftakt einer Rundreise durch Deutschland. Bevor die Speakers Tour weiterzieht, möchten wir gemeinsam mit unseren Gästen die Tour gebührend eröffnen. Mit Zeit zum Kennenlernen, Zuhören, Diskutieren, Essen und Feiern.
Begleitet wird der Abend von zwei Ausstellungen, die zentrale Themen der Veranstaltung vertiefen. Die Recherche-AG zeigt eine Ausstellung zum sogenannten „Tren Maya“ und setzt sich kritisch mit dem Megaprojekt und seinen Auswirkungen auf Territorien und Gemeinschaften in Mexiko auseinander. Eine zweite Ausstellung widmet sich dem Verschwindenlassen in Mexiko und macht auf die anhaltende Suche nach Verschwundenen sowie die Kämpfe ihrer Angehörigen aufmerksam.
Wir beginnen um 18 Uhr mit einem gemeinsamen Abendessen. Ab 19 Uhr berichten Mabel Robledo und Esther Sulub von ihren Erfahrungen und Kämpfen und kommen mit dem Publikum ins Gespräch. Ab 21 Uhr lassen wir den Auftakt mit Musik von Colectivo Racha gemeinsam ausklingen.
Die Veranstaltung wird simultan Spanisch–Deutsch übersetzt.
Montag, 28. September 2026
Careteria, Goethestraße 24, München
18 Uhr – Gemeinsames Abendessen
19 Uhr – Vorträge & Austausch mit Mabel Robledo und Esther Sulub
21 Uhr – Musik mit Colectivo Racha
Während des Abends – Ausstellungen zum sogenannten „Tren Maya“ und zum Verschwindenlassen in Mexiko
Kommt vorbei und eröffnet mit uns die Speakers Tour 2026! Wir freuen uns auf einen Abend, an dem unterschiedliche Kämpfe und Perspektiven zusammenkommen, Verbindungen entstehen und internationale Solidarität praktisch und lebendig wird.
Inicio de la Speakers Tour 2026 en Múnich
Evento de apertura: Buen Vivir – Defender el buen vivir
El 28 de septiembre de 2026 comienza en Múnich la Speakers Tour 2026 “Buen Vivir – Defender el buen vivir”. Para dar inicio a la gira, les invitamos a una noche de encuentro, intercambio y solidaridad internacional junto a Mabel Robledo, de Honduras, y Esther Sulub, de México.
Bajo el título “Luchas por la autonomía y la dignidad en Mesoamérica”, las dos activistas compartirán en Múnich perspectivas y experiencias de sus luchas. Hablarán de su compromiso con la autodeterminación, la dignidad y la defensa de las formas de vida comunitarias, así como de lo que significa hoy defender el derecho a un “buen vivir” frente a la explotación, la violencia y la imposición externa.
La noche en Múnich marca el inicio de una gira por Alemania. Antes de que la Speakers Tour continúe su recorrido, queremos inaugurarla como se merece junto a nuestras invitadas: con tiempo para conocernos, escuchar, debatir, compartir la comida y celebrar.
La noche estará acompañada por dos exposiciones que profundizan en temas centrales del evento. El colectivo Recherche-AG presenta una exposición sobre el mal llamado “Tren Maya”, que aborda de manera crítica este megaproyecto y sus impactos sobre los territorios y las comunidades en México. Una segunda exposición está dedicada a la desaparición de personas en México, visibilizando tanto la búsqueda incansable de las personas desaparecidas como las luchas de sus familiares.
Comenzaremos a las 18:00 h con una cena comunitaria. A partir de las 19:00 h, Mabel Robledo y Esther Sulub compartirán sus experiencias y luchas y dialogarán con el público. A las 21:00 h, cerraremos la jornada de apertura con música de Colectivo Racha.
El evento contará con interpretación simultánea español–alemán.
Lunes, 28 de septiembre de 2026
Careteria, Goethestraße 24, Múnich
18:00 h – Cena comunitaria
19:00 h – Charlas e intercambio con Mabel Robledo y Esther Sulub
21:00 h – Música con Colectivo Racha
Durante toda la noche – Exposiciones sobre el mal llamado “Tren Maya” y sobre la desaparición de personas en México
¡Vengan a inaugurar con nosotrxs la Speakers Tour 2026! Nos alegra compartir una noche en la que se encuentren diferentes luchas y perspectivas, se creen vínculos y la solidaridad internacional se vuelva práctica y viva.